Grunau Baby III

Inhaltsverzeichnis

Spannweite3,55 m
Länge6,35 m
Höhe1,45 m
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Mindestgeschwindigkeit45 km/h
Beste Gleitzahl18 bei 60 km/h
Geringstes Sinken0,9 m/s bei 55 km/h
Leergewicht160 kg
Zuladung100 kg
Besatzung1 Pilot 
Baujahr1952

Das Grunau Baby ist eines der weltweit am häufigsten gebauten Segelflugzeuge. Zwischen 1931 und 1945 wurden von diesem Flugzeugtyp in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern mindestens 4.000 Exemplare gebaut. 

Konstruiert wurde das Grunau Baby im Winter 1930/31 von Edmund Schneider an der Segelflugschule Grunau (heute Jeżów Sudecki). Entgegen einer verbreiteten Meinung war Wolf Hirth nicht an der Konstruktion beteiligt, sondern sah das erste „Baby“ erst, als es bereits fertiggestellt war. Da Edmund Schneider aber damals noch weitgehend unbekannt war, fragte er Wolf Hirth, ob er mit seinem Namen für das „Baby“ werben würde. Daher entstand der durchaus gewollte Eindruck, dass der prominiente Wolf Hirth an der Konstruktion beteiligt gewesen sei. 

Edmund Schneider hatte das „Baby“ gezielt als Übungsflugzeug mit guten Flugeigenschaften entworfen, während die Gleitleistung schon damals nicht mit jener der reinen Leistungssegler mithalten konnte. Ein zentrales Konstruktionsmerkmal war angesichts der meist prekären finanziellen Situation der Segelflugvereine von Beginn an auch die Möglichkeit des Lizenzbaus; Schneider achtete bei der Konstruktion darauf, dass das Luftfahrzeug von durchschnittlichen Segelflugvereinen mit beschränkten Mitteln nach Plänen nachgebaut werden konnte. Diese Möglichkeit wurde vielfach genutzt. Es ist heute nicht mehr festzustellen, wieviele „Babys“ in allen Varianten tatsächlich gebaut worden sind. 

Die erste Ausführung Baby I hatte eine Spannweite von 12,87 m und ein Leergewicht von 98 kg. Sie war in abgestrebter Hochdeckerbauweise ausgeführt und besaß ein offenes Cockpit mit Windschutzscheibe. 

Mit einem selbstgebauten Baby I stellte Kurt Schmidt 1933 in Korschenruh in Ostpreußen einen Weltrekord im Dauersegelflug auf. Er startete am 03. August um 07:33 Uhr und landete nach 36 Stunden und 36 Minuten am 04. August um 19:58 Uhr. 

Edmund Schneider überarbeitete 1932/33 seinen Entwurf nach einigen statischen Berechnungen völlig. Das Baby II erhielt einen um 70 cm verlängerten Tragflügel mit Hilfsholm und einem vergrößerten stromlinienförmigen Rumpf. Der Nachfolger Baby IIa erhielt noch zusätzlich größere Querruder, ein verstärktes Heck und eine abwerfbare offene Kabinenabdeckung mit Windschutzscheibe. 

Die meistgebaute Version war das Baby IIb mit Schemp-Hirth-Sturzflugbremsen, höherem Fluggewicht und nochmals vergrößerten Querruderen. Von ihr wurden allein in der DDR von 1952 bis 1957 396 Exemplare produziert und teilweise bis 1979 bei der Gesellschaft für Sport und Technik eingesetzt. In der BRD baute Schleicher Anfang der 1950er Jahre eine leicht veränderte Ausführung Baby III. Der Erstflug des Baby III fand am 24. August 1951 statt. 

Es entstand auch eine als Baby V bezeichnete Variante als Doppelsitzer mit geschlossener Kabinenhaube. Von dieser Variante des „Babys“ wurden allerdings nur sechs Exemplare gebaut. 

Unser „Baby“ wurde 1952 von Mitgliedern des Luftsportverein Ebersbach gebaut und als D-8585 zugelassen. Im Jahr 1984 hatte die D-8585 eine Landeunfall und wurde an die Eigentümergemeinschaft Mike Dressler und Manfred Goy nach Gelnhausen verkauft. Dort flog sie bis 2013 bis sie im Frühjahr 2015 zu uns ins Fliegende Museum kam. Im Winter 2015/2016 erfolgte die Überholung und im Mai 2016 konnte die D-8585 wieder in die Lüfte steigen.