Himmelslaus

Bilder

Technische Daten

Spannweite: vorne: 6,6 m; hinten: 5,0 m
Länge: 4,6 m
Höhe: 2,3 m
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Reisegeschwindigkeit: 140 km/h
Reichweite: ca. 280 km
Leergewicht: 368 kg
Zuladung: 200 kg
Motor: RollsRoyce O-200
Motorart: 4 Zylinder Boxer
Motorstärke: 100 PS
Besatzung: 1 Pilot + 1Passagier
Baujahr: 1969

Geschichte

Die Himmelslaus ist ein auf französischen Konstruktionen der 1920er Jahre beruhendes Flugzeug, dessen Besonderheiten die beiden hintereinander liegenden Tragflächen sind, dass es keine Querruder hat und als Höhenruder direkt der Anstellwinkel des vorderen Flügels verändert wird. Henry Mignet konstruierte bereits 1918 sein erstes motorisiertes Gerät, das HM-2, das einem Blériot sehr glich.

1933 verwirklichte Mignet die endgültige Version der Himmelslaus, baute sie selbst in einem Monat und absolvierte am 10. September den ersten Flug mit der HM-14. 1934 wurde das Flugzeug auf dem 14. Luftfahrt-Salon erstmals präsentiert.

Mignet veröffentlichte sein erstes gedrucktes Buch, das den Plänen und der Konstruktion des HM-14 gewidmet ist, und löste so eine Nachbauwelle aus. Die Himmelslaus wurde mehrere hundert Mal nachgebaut und hatte insbesondere in Frankreich großen Erfolg. Nach mehreren katastrophalen Abstürzen im Jahr 1935, hervorgerufen durch oft mangelhafte Plantreue, Überladung, falschen Schwerpunkt sowie ungenügend erforschte aerodynamische Effekte, gelang es der Lobby der reichen Sportpiloten, die dieses Ungeziefer der Luft loswerden wollten ein vorübergehendes Flugverbot ich zu erwirken. 1936 führte Henri Mignet Windkanalversuche durch. Diese Versuche brachten der Himmelslaus ein besseres Tragflügelprofil und Änderungen in den Plänen, die Zentrierunfälle unmöglich machen sollten. Die HM-14 konnte nun erneut zugelassen werden und bildete die Basis für eine allgemein zugängliche Luftfahrt.

 

Unsere Himmelslaus wurde 1969 von Louis Cosanday entworfen einmal gebaut. Consanday war einer der Begründer des Amateurbaus in der Schweiz. Er baute bereits in den 30ger Jahren seine erste Himmelslaus nach Plänen von Mignet. Der ursprüngliche Entwurf unserer Himmelslaus war ein Spornradflugzeug mit einem 7 Zylinder Salmson Motor. Mitte der 70ger Jahre folgte die Umrüstung auf einen Conti mit 65 PS und später auf 90 PS. Dadurch auch die Umrüstung in ein Bugradflugzeug. 1978 ging das Flugzeug in den Besitz des Schweizers Arthur Mörike über, welcher der Himmelslaus das Aussehen einer Biene verlieh und von da an der Hingucker auf vielen Airshows in Europa war. 1989 musste Arthur Mörike mit der Himmelslaus eine Notlandung am Strand von Marokko machen. Dabei zog
sich die Himmelslaus schwere Schäden am Fahrwerk zu. In Marokko wurde die Himmelslaus wieder Instand gesetzt und in die Schweiz überführt. Dies war ihr vorerst letzter Flug. 1992 kaufte Josef Koch die Himmelslaus. 2009 wurde von Josef Koch der Entschluss gefasst, auch dieses Unikat der Lüfte wieder in die Luft zu bringen.